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Start » Lesenswert » Parlamentarische Mitarbeit steht bei den Ärzten hoch im Kurs » Vorstellung der elf Delegierten aus Schleswig-Holstein Seite als Email versenden Seite drucken Seite als PDF ausgeben

Vorstellung der elf Delegierten aus Schleswig-Holstein

Durch Anklicken eines Namens gelangen Sie zur Vorstellung der jeweiligen Person.

Vorstand der Ärztekammer Schleswig-Holstein:

Gewählte Delegierte:

 

Dr. Franz-Joseph BartmannDr. Franz-Joseph Bartmann

Dr. Franz-Joseph Bartmann ist Chirurg im St. Franziskus-Hospital in Flensburg. Er gehört der Kammerversammlung seit 1988 an und ist seit 2001 Präsident. Bis Mitte Oktober 2001 war er Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Schwerpunkte seiner Arbeit auch auf Bundesebene sind die Telematik und die ärztliche Fort- und Weiterbildung.

Bartmann, Jahrgang 1950, setzt sich für eine enge Zusammenarbeit der ärztlichen Körperschaften und aller Gesundheitsberufe ein. Die Zufriedenheit mit dem Arztberuf ist nach seiner Beobachtung höher, als die Rahmenbedingungen erwarten lassen.

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Dr. Hannelore MachnikDr. Hannelore Machnik

Dr. Hannelore Machnik arbeitet als Ärztin in der Inneren Medizin im Universitätsklinikum Lübeck. Der Kammerversammlung gehört sie seit 1992 an, seit 2001 ist sie Vizepräsidentin.

Schwerpunkte ihrer Mitarbeit sind die Themen Krankenhaus, Hochschule und Versorgungswerk. Die 1945 geborene Landesvorsitzende des Marburger Bundes begann vor fast 20 Jahren aus Unzufriedenheit über die Arbeitsbedingungen der Klinikärzte mit ihrem berufspolitischen Engagement.

Machnik gilt auch in schwierigen Phasen als gelassen, zugleich als hartnäckig in der Verfolgung der ärztlichen Interessen.

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Dr. Dolores de MattiaDr. Dolores de Mattia, Eutin

"Die Ärztetage, die ich miterlebt habe, beschäftigten sich mit klassischen  Themen wie der Weiterbildungsordnung, waren aber auch gekennzeichnet durch Diskussionen im Spannungsfeld zwischen Berufs- und Sozialpolitik. Manchmal beschlich mich die Frage, ob wir etwas bewirken konnten. Im Rückblick kann ich diese Frage bejahen. Themen, die bis dahin in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden, gelangten in den Fokus des allgemeinen Interesses, wie etwa Priorisierung oder Arbeitsbelastung. Es war eine Ärztetagentscheidung, die der Versorgungsforschung zum Durchbruch verhalf. Kaum öffentliche Beachtung hat der „Erhalt der Freiberuflichkeit“ gefunden, mit dem sich der Ärztetag 2005 befasst hat. Vielleicht war der Begriff zu abstrakt, oder die Bedeutung wurde, außer für die Ärzteschaft selbst, als gering eingestuft. Damals wurden dirigistische Eingriffe vonseiten der Politik zurückgewiesen. Inzwischen haben sich die Strukturen im Gesundheitswesen verändert: Die Prinzipien der Privatwirtschaft einschließlich Wettbewerb sind eingeführt, und es besteht weitgehend gesellschaftlicher Konsens, auf  diesem Weg voranzuschreiten. Als Folge droht ärztliches Handeln von anderen Interessen dominiert zu werden. Patientenferne Berufsgruppen nehmen Einfluss auf die Gestaltung von Behandlungsabläufen und damit indirekt auf  die Interaktion zwischen Arzt und Patient. Die wohlgemeinte Intention, Energieverluste an organisatorischen Schnittstellen zu reduzieren, führt bei unkritischer Umsetzung zum Verlust an individueller Zuwendung zum kranken Menschen. Solche an industriellen Fertigungsprozessen orientierten Modelle stehen in Widerspruch zur Freiberuflichkeit der Ärzte, und es ist meines Erachtens wichtig, das Bewusstsein diesbezüglich zu schärfen. Weder für Patienten noch für Ärzte ist diese Entwicklung, die sich schleichend vollzieht, eine wünschenswerte Perspektive. Daher erhoffe ich mir für den Ärztetag in Kiel eine lebhafte Diskussion zu diesem Thema, beispielsweise im Rahmen des Tagesordnungspunktes ,Novellierung der Musterberufsordnung'."

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Dr. Christian SellschoppDr. Christian Sellschopp, Kiel

Dr. Christian Sellschopp aus Kiel arbeitet als Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung auch in der KVSH an maßgeblicher Stelle mit.

 

 

 

 

Rosemarie Müller-MetteRosemarie Müller-Mette, Norderstedt

Rosemarie Müller-Mette, Hausärztin aus Norderstedt, seit zehn Jahren Vorstandsmitglied der Ärztekammer und seit 1992 Abgeordnete.

 

 

 

 

Peter GraeserPeter Graeser, Neumünster

Für Peter Graeser aus Neumünster ist Hausarzt der Traumberuf. Sein Sohn hat die Praxis in 3. Generation übernommen.

 

 
 

 

 

Dr. Henrik HerrmannDr. Henrik Herrmann, Brunsbüttel

Dr. Henrik Herrmann aus Brunsbüttel ist außer im Vorstand auch als Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung engagiert.

 

 

 

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Dr. Bettina SchultzDr. Bettina Schultz, Eutin

"Da es meine erste Teilnahme an einem Ärztetag sein wird, bin ich sehr gespannt auf die zu diskutierenden Themen. Ich freue mich auf viele interessante Kollegen aus der ganzen Republik, um zusammen ärztliche Standespolitik zu erörtern und mitzube-stimmen. In unserem Ärztenetz Eutin-Malente haben wir drei Anträge formuliert, die noch aktuell diskutiert werden. Sie betreffen die Förderung einer unbudgetierten Einzelleistungs-vergütung (Stichwort: Gesundheitskonto mit Solidargutschrift), die Förderung sektorenübergreifender Vernetzung und die Wiederherstellung des Wettbewerbs für Generika."

 

Dr. Frank NiebuhrDr. Frank Niebuhr, Lübeck

"Ich habe mich erstmalig als Delegierter aufstellen lassen, weil ich das besondere Erlebnis, einen Ärztetag im eigenen Bundesland zu erleben, nicht verpassen möchte. In meiner zweiten Wahlperiode in der Kammerversammlung bin ich in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, dem Ausschuss Allgemeinmedizin, dem Hochschulausschuss und dem Strukturausschuss tätig, von daher liegt das Interesse, an bundesweiten Entscheidungen mitzuwirken, nahe. Besonders engagieren werde ich mich, außer bei aktuellen kammerpolitischen Themen, bei Entscheidungen in der Weiterbildung und der Musterweiterbildungsordnung sowie im Bereich der neuen GOÄ."

 

Dr. Gisa AndresenDr. Gisa Andresen, Flensburg

"Ich bin gespannt, wie auf Bundesebene berufspolitisch gearbeitet wird. Bisher habe ich diese nur als „Stimme aus dem Off“ wahr-genommen, vor allem in Form dicker Akten wie zur Musterweiterbildungsordnung. Ich freue mich, die Berliner Akteure ,live' zu erleben - am liebsten in lebhaften, kontrovers geführten Diskussionen, um den besten Weg in die Zukunft unseres Berufsstandes zu finden!

Neben der Wahl des Präsidenten (oder der Präsidentin?) interessiert mich am meisten die Vorstellung der Modellprojekte aus Schleswig-Holstein zur Lösung des Problems der ambulanten Arztversorgung in ländlichen Regionen."

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Prof. Peter DohrmannProf. Peter Dohrmann, Kiel

"Die ärztliche Selbstverwaltung muss nachhaltig bewahrt werden. Möglich wird dies nur durch das Engagement ihrer Mitglieder. Deshalb habe ich für den 114. Ärztetag als Delegierter kandidiert, da ich meinen Beitrag dazu leisten möchte.

Seit langem ist die Arbeit unseres Berufsstandes auf wirtschaftliche und effizienzorientierte Fragen ausgerichtet. Diese Themen dominieren unser Engagement, aber auch unsere Sorgen und unsere Nöte. Unser eigentliches Ziel, eine patientengerechte, flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund. Ich spüre und beobachte, dass der ethisch moralische Ansatz unserer Behandlungsmaßnahmen zunehmend mehr von wirtschaftlichen Gesichtspunkten überrollt und zurückgedrängt wird. Ich erwarte und hoffe vom diesjährigen Ärztetag, dass unsere Forderungen und Beschlüsse sich wieder mehr auf das eigentlich ärztliche Handeln fokussieren und konzentrieren. Ferner erwarte ich eine spannende Personaldebatte über die Nachfolge des Ärztekammerpräsidenten. Ich bin auf die Positionspapiere der Kandidaten gespannt und freue mich auf die Darstellung ihrer Schwerpunkte für die nächste Amtsperiode. Zurzeit favorisiere ich Dr. Frank Ulrich Montgomery als nächsten Präsidenten, ich bin gespannt, ob er auf der Wahlversammlung meine Erwartungen erfüllt.

Einige Themen auf dem Ärztetag liegen mir besonders am Herzen: Ich erachte eine Wertediskussion über unseren Berufsstand als sehr wichtig und möchte mich daran beteiligen. Verschiedene Resolutionen zu diesem Thema sind natürlich bereits verabschiedet worden: das Ulmer Papier zu gesundheitspolitischen Leitsätzen der Ärzteschaft oder das Eckpunktepapier für eine patientengerechte Gesundheitsversorgung. Ich möchte mich aber mit den bislang verabschiedeten Papieren nicht begnügen und bin der festen Überzeugung, dass dieses Thema immer wieder bearbeitet werden muss, um die Ärzteschaft nachhaltiger für ihre Verantwortung bei der Werteorientierung und -vermittlung zu sensibilisieren und in die Pflicht zu nehmen. Ohne diese Werteorientierung ist die Zukunftsfähigkeit unserer Ärzteschaft gefährdet.

Ein weiteres besonderes Anliegen ist für mich das Thema Alkohol im Straßenverkehr. Im Jahr 2009 lag die Anzahl der durch Alkohol erfassten Unfälle im Straßenverkehr bei knapp 18.000, dabei lag der Anteil an Personenschäden bei 15.591 leichtverletzten, 6.190 schwerst-verletzten und bei 443 tödlich verunglückten Menschen. Ich beabsichtige einen Antrag auf dem 114. Ärztetag in Kiel einzubringen, der zunächst für den gewerblichen
Bereich im Straßenverkehr das Ziel hat, einen Alkoholtest vor dem Start des Fahrzeuges vorzuschreiben. Die technische Entwicklung dieser Alkoholtestgeräte ist mittlerweile derart fortgeschritten, dass die Firma Volvo schon heute in ihren Fahrzeugen, also Lastwagen wie PKW, einen optionalen Einbau anbietet. Bislang gibt es derartige Initiativen bereits in Schweden und Finnland, wo Fuhrunternehmen diese Geräte freiwillig in ihren Fahrzeugen installieren lassen können. Als Anreiz für diese Maßnahme bieten skandinavische Versicherungsunternehmen bereits an, die Versicherungsprämie zu senken. In Belgien wird bereits über eine Pflichteinführung des Alkoholtestgerätes im gewerblichen Bereich diskutiert. Das Gerät funktioniert relativ einfach und schnell: Nach Einschalten der Zündung wird ein Atemtest erforderlich, der bei Nichtüberschreiten des Grenzwertes das Starten des Fahrzeuges freigibt. Ist der Fahrer alkoholisiert, verhindert die Wegfahrsperre den Start des Motors."

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