Prävention im Kindes- und Jugendalter
Am Schlusstag des 114. Deutschen Ärztetages beschäftigten sich die Delegierten u. a. mit der Weiterbildung, mit der Musterberufsordnung und der Prävention im Kindes- und Jugendalter.
Begeistert zeigte sich der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Professor Fred Zapp, von der Diskussion zum letzten Punkt. Zapp hatte zuvor geschildert, dass Gesundheit in unserer Gesellschaft von Bildung, Arbeitssituation und Wohnbedingungen abhängt. Besonders deutlich wird dies bei Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, chronischer Bronchitis, Rückenschmerzen und Depression.
Prof. Fred Zapp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (Foto: helliwood media)Zapp nannte die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die Solidarität im Hinblick auf die Bereitstellung von Präventionsgütern und Akzeptanz, dass frühe Primärpräventionskonzepte einen nachhaltigen gesundheitsfördernden Effekt entfalten können, erfordern. „Gesundheitsförderung und gesundheitsbewusstes Verhalten muss integraler Bestandteil der Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen wie auch umfassend in unserem Bildungssystem verankert werden“, so Zapp. Denn durch Prävention im Kindesalter werden überdurchschnittlich viele Lebensjahre mit hoher Lebensqualität gewonnen - genügend Argumente also für eine Intensivierung bestehender Präventionsprogramme, für die Bereitstellung ausreichender Ressourcen und für die Schaffung generationenübergreifender Präventionskonzepte.
Die Diskussion machte deutlich, dass Ärzte in vielen Regionen Deutschlands daran längst mitarbeiten und die Ziele vehement unterstützen. Nur: Bei den Krankenkassen stoßen sie damit oft auf verschlossene Türen. „Es passiert nichts“, stellte ein Delegierter frustriert fest. Zepp ermunterte die Delegierten, weiterhin offen und bereit zu sein für Diskussionen zum Thema und mahnte, mit Prävention nicht in der Pädiatrie aufzuhören. Er brachte es auf die Formel: „Wir müssen zwar bei den Kinderärzten ansetzen, aber dort nicht aufhören.“
(di)




Zum Seitenanfang