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Feierliche Eröffnung des 114. Kieler Ärztetags im Kieler Schloss

(31.05.2011)

Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der gastgebenden Ärztekammer Schleswig-Holstein, bei seiner Begrüßungsrede (Foto: helliwood media)Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der gastgebenden Ärztekammer Schleswig-Holstein, bei seiner Begrüßungsrede (Foto: helliwood media)Der 114. Deutsche Ärztetag ist am Dienstag um 10 Uhr im Kieler Schloss feierlich eröffnet worden. Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der gastgebenden Ärztekammer Schleswig-Holstein begrüßte unter den Gästen u.a. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig. Unter den Gästen waren neben den Delegierten Vertreter internationaler Ärzteorganisationen, aber auch viele Ärzte aus Schleswig-Holstein. Über 1200 Besucher interessierten sich für die Begrüßung, in der Bartmann auch auf die enge Beziehung zum Nachbarland Dänemark einging. Als Arzt in Dänemark arbeiten, als Patient sich in Deutschland behandeln lassen – diese Formel bildet für Bartmann das Dilemma ab, in dem das deutsche Gesundheitswesen steckt. Er wünscht sich vom Ärztetag ein Signal, dass der Arztberuf in Deutschland eine Perspektive hat.

Wie diese aussehen könnte, skizzierte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der erst vor 19 Tagen sein Amt angetreten hat. Bahr bedankte sich ebenso wie Carstensen zunächst ausdrücklich für den hohen Einsatz der Ärzte im aktuellen Kampf gegen EHEC. Für Bahr ist dieser Einsatz Garant dafür, dass die angespannte Lage zu bewältigen ist. Und er stellte klar: „Ohne diesen Einsatz hätte die gesundheitliche Versorgung in Deutschland nicht das Niveau, das wir haben.“ Bahr stellte mehrfach seine Anerkennung und Hochachtung für den Arztberuf heraus und stellte klar, dass das Bundesgesundheitsministerium auch nach dem personellen Wechsel auf Dialogbereitschaft und Fairness in der Kommunikation mit der Ärzteschaft setzt. Er erneuerte seine schon aus den Zeiten als Staassekretär bekannte Linie, wonach für ihn der Arztberuf als Freier Beruf und die freie Arztwahl nicht verhandelbar sind. Bahr zeigte sich auch in Kiel als Verfechter eines Staates, der nur die Rahmenbedingungen setzt und die Ausgestaltung der Sebstverwaltung überlässt. Zu diesen Rahmenbedingungen gehört für den FDP-Politiker, dass der Staat sich auch für vernünftige Arbeitsbedingungen für Ärzte einsetzt.

Dieses Feld haben, das machte der Präsident der Bundesärztekammer Prof. Jörg-Dietrich Hoppe in seiner Replik deutlich, auch andere Parteien entdeckt. Er nannte als Beispiel die Grünen, die ihn kürzlich mit einem „grünen Ärztetag“ beeindruckt hatten. Hoppe rief seine Kollegen zur Einigkeit auf: „Nur wenn wir einig sind, erstreiten wir uns das Recht auf Freiheit und damit Freiberuflichkeit für unsere Patietenbetreuung.“ Zum Thema Ärztemangel sagte Hoppe: „Fakt ist, dass die Zahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden Arztstunden sinkt. Fakt ist, die Deutsche Krankenhausgesellschaft verzeichnet 5500 offene Stellen und Fakt ist auch, dass bis 2020 mehr als 50.000 Ärztinnen und Ärzte ersetzt werden müssen, ohne dass ausreichend Nachwuchs in Sicht ist.“

(di)

Bilder der Veranstaltung finden Sie hier: Fotoalbum: Eröffnungsveranstaltung im Kieler Schloss