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Auftaktdiskussionen am Eröffnungstag

"Eines der schönsten Dinge am Ärzetag ist die Vielfalt der Meinungen"

(31.05.2011) 

Die Delegierten des 114. Deutschen Ärztetages werden voraussichtlich am Donnerstag vormittag den Nachfolger von Präsident Prof. Jörg-Dietrich Hoppe wählen. Voraussichtlich werden sich fünf Kandidaten bewerben.

Am Eröffnungstag bestätigte die Auftaktdiskussion die Aussage eines Delegierten: „Eines der schönsten Dinge am Ärzetag ist die Vielfalt der Meinungen.“ In der Diskussion gingen zum Beispiel die Meinungen über den Auftritt von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auseinander. Einem Delegierten fehlten in Bahrs Aussagen konkrete Aussagen über wichtige Fragen wie integrierte Versorgung oder zur Bezahlung zusätzlicher Versorgungsebenen. Für seinen Geschmack wurde in der Eröffnunsgveranstaltung zu viel auf die Schultern geklopft und Allgemeinplätze abgesondert.

Die Delegierten aus Schleswig-Holstein in der Die Delegierten aus Schleswig-Holstein in der "ersten Reihe". Vorn im Bild: Rosemarie Müller-Mette und Dr. Christian SellschoppDas sahen andere Delegierte weitaus weniger kritisch. Sie erinnerten daran, dass die Ärzteschaft erstmals gleich von mehreren Politikern – neben Bahr (FDP) auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) – Lob und Anerkennung erhalten hat. Für sie war diese Anerkennung „Balsam für die geschundene ärztliche Seele“, wie es ein Delegierter ausdrückte. Andere wollten das Lob nicht überbewerten. Ein Delegierter erinnerte daran, dass Ärztemangel herrscht – damit erkläre sich die Freundlichkeit der Politiker. Andere Delegierte sprachen sich dafür aus, selbstkritischer die eigenen Positionen und die ärztliche Kommunikation zu hinterfragen. Die Forderung nach mehr Geld sei nicht innovativ, merkte ein Delegierter an.

Eine Studierende rief die Ärzteschaft auf, sich den drängenden Herausforderungen zu stellen und ein System der verdeckten Rationierung nicht zu dulden. Sie forderte eine gesellschaftliche Diskussion über Priorisierung – nur unter dieser Bedingung seien junge Mediziner bereit, im deutschen Gesundheitswesen zu arbeiten. Ein weiterer Delegierter vermisst nach wie vor, dass die Selbstverantwortung der Patienten in diesem System betont wird – bislang ist davon auch von Politikern wenig zu hören. Ob der Ärztetag, wie in der Diskussion von einem Arzt gefordert, eine klare Richtung vorgeben wird, ließ sich nach der Eröffnungsdiskussion noch nicht beantworten. Der Delegierte wünschte sich ein klares Signal, ob die deutsche Ärzteschaft für einen „wirklich freien Beruf“ ist oder für ein staatlich gelenktes System – einen Kompromiß kann es in dieser Frage nach seiner Auffassung nicht geben.

Konsens herrschte dagegen in der Auffassung, dass die Eröffnung des 114. Deutschen Ärztetages gelungen ist.

(di)