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Grußwort Ministerpräsident Schleswig-Holstein

Peter Harry CarstensenGrußwort des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen:
 

Wenn im Mai 2011 die Delegierten des 114. Bundesärztetags in Kiel zusammenkommen, werden sicher einige große Themen diskutiert, die zum Dauerbrenner geworden sind: Wie gehen wir mit den Folgen der demografischen Entwicklung um? Wie können medizinische Leistungen künftig finanziert werden? Wie kann der Arztberuf attraktiver werden? Bei allen regionalen Unterschieden bestimmen diese Fragen die Richtung, in die sich die deutsche Gesundheitspolitik in den nächsten Jahren entwickeln wird. Beim 114. Bundesärztetag wird sich Schleswig-Holstein den Delegierten als Gesundheitsland präsentieren und eigene Antworten auf diese drängenden Fragen vorstellen.

Unser Land profitiert nicht nur von seiner einzigartigen geografischen Lage zwischen zwei Meeren und seiner wunderschönen und intakten Natur. Die Gesundheitsbranche ist in Schleswig-Holstein auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor und der größte Arbeitgeber. Über 172.000 Menschen, 18 Prozent aller Beschäftigten im Land, arbeiten in dieser Branche. Damit ist Schleswig-Holstein bundesweit Spitzenreiter. Diese Stärke wollen wir nutzen – für eine flächendeckend hohe Versorgungsqualität ebenso wie für den Erfolg der Marktteilnehmer. Und das sind neben Krankenhäusern, Forschung und Lehre, den kleinen und großen Erzeugern von Pharmaprodukten und medizintechnischen Betrieben, auch die Ärztinnen und Ärzte.

Die Landesregierung legt großen Wert darauf, eine klare sozialstaatliche Orientierung der Gesundheitspolitik mit guten Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Erfolg der Akteure zu verbinden. Wir wollen Schleswig-Holsteins gute Voraussetzungen nutzen, um die medizinische Versorgung auch zukünftig auf hohem Niveau zu sichern. Mit einer guten Infrastruktur im Gesundheitswesen schaffen wir jungen Medizinern von ihrer Ausbildung an sehr gute Chancen.

Eines der Probleme, die alle Flächenländer betreffen, ist die Ausdünnung der ambulanten Arztversorgung in ländlichen Regionen. Gemeinsam mit den Partnern der Selbstverwaltung prüfen wir neue Modelle, mit denen kleinere und effizient arbeitende Planungsräume geschaffen werden sollen. Ergänzt wird dies durch innovative Kooperationsformen in der ambulanten Versorgung. Modellprojekte aus den verschiedenen schleswig-holsteinischen Regionen werden sich im Rahmen des Bundesärztetages präsentieren. Hier in der Arztpraxis, im Krankenhaus, bei den regionalen Verbänden und Organisationen müssen die anstehenden Herausforderungen im Gesundheitswesen gemeistert werden. Die schleswig-holsteinische Landesregierung unterstützt diese Kooperationen!

Dabei brauchen wir Voraussetzungen dafür, dass sich Wettbewerb wie auch Kooperationen unter fairen Bedingungen entfalten können – zwischen den Regionen und zwischen den Akteuren in den Regionen. Dazu gehört, insbesondere die Institution der ärztlichen Freiberuflichkeit nachhaltig zu sichern: Es sind freiberufliche Ärzte, die die wohnortnahe Versorgung gewährleisten. Sie bilden das Rückgrat unseres Gesundheitswesens und sollen es bleiben!

Ich freue mich darauf, dass die Vertreter der deutschen Ärzteschaft im Mai 2011 in Kiel zu Gast sein werden! Ich wünsche ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Schleswig-Holstein und in der Landeshauptstadt Kiel!

 

Peter Harry Carstensen